Wer ist für die Prozesssicherheit in einer Fabrik verantwortlich?

Um die Prozesssicherheit in einer Fabrik zu gewährleisten, werden Schutzschichten eingesetzt, d. h. risikomindernde Maßnahmen. Diese Schutzschichten können sich auf den Menschen, das Verfahren oder die Anlage (und die Maschinen) beziehen. Je größer das Risiko ist, desto mehr Schutzschichten werden benötigt, um ein maximal tolerierbares Risiko zu erreichen.

Im Idealfall würde jede der Schutzschichten zu 100 % effektiv funktionieren. Leider funktionieren die Schutzschichten, die die Prozesssicherheit gewährleisten, in der Praxis aus verschiedenen Gründen oft nicht perfekt. Beispielsweise werden Verfahren nicht immer eingehalten, Teile können defekt sein, Korrosion tritt auf, und es werden Konstruktionsfehler gemacht. Jede Abteilung, auch die Instandhaltungsabteilung, muss sich an ein Budget halten, was nicht immer zu den gewünschten Ergebnissen führt. Budgetkürzungen können dazu führen, dass die Instandhaltungsabteilung Personal abbaut oder weniger in Sicherheitsinstrumente investiert, die nicht unbedingt erforderlich sind. Dadurch entstehen "Lücken" in den Schutzschichten. Auch wenn es genügend andere Schichten gibt, um gefährliche Situationen zu verhindern, steigt das Risiko erheblich, wenn die Instandhaltungsarbeiten gekürzt werden.

Der Grund dafür ist die Tatsache, dass die Kosten umso höher sind, je länger eine Anlage stillsteht. Mehr Inspektionen und Wartung führen zu längeren Ausfallzeiten. Eine Kürzung von Wartung und Inspektionen kommt der Anlage finanziell zugute. Allerdings leidet darunter die Prozesssicherheit. Obwohl jeder Mitarbeiter in einer Fabrik eine Rolle bei der Gewährleistung der Prozesssicherheit spielt, ist letztlich die Unternehmensleitung für die Sicherheit des Personals und für die Vermeidung von Umwelt- und finanziellen Auswirkungen von Störungen verantwortlich. Bislang ist menschliches Versagen die häufigste Ursache für Systemausfälle, mit erheblichen Folgen. So kann beispielsweise das "Weiterreichen der Verantwortung" zu Missverständnissen führen, so dass bestimmte wichtige Aufgaben nicht oder falsch ausgeführt werden.

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Das Vier-Augen-Prinzip, bei dem mindestens zwei Personen die Freigabe einer Maschine (eines Teils) oder einer Überwachungsfunktion abzeichnen müssen, soll diese Art von menschlichen Fehlern minimieren. Unabhängige Unternehmen mit hochgradig zertifizierten Ingenieuren und Beratern für funktionale Sicherheit, wie z. B. Istec International, werden häufig beauftragt, zur Prozesssicherheit einer Anlage beizutragen. Sie arbeiten mit den Wartungs- und Sicherheitsteams des Werks zusammen, um sicherzustellen, dass die Schutzschichten, die Gefahren und Risiken verhindern/verringern sollen, ordnungsgemäß funktionieren und korrekt überwacht werden.

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